Geschichte

Budapest wird oft die 'Perle der Donau' genannt, und es ist wahrhaftig ein Ort von beeindruckender Schönheit. Die geographische Gegebenheiten, die Geschichte und die Kreativität der Menschen haben zusammengewirkt, um diese Stadt aufzubauen, die gleichzeitig bezaubert, beeindruckt und fasziniert.

Budapest ist voller Vielfalt, genau wie seine Geschichte. Die Römer ließen sich hier im ersten Jahrhundert nach Christi nieder, und obwohl sie nur ein paar Hundert Jahre blieben, ist ihr Einfluss heute noch spürbar: Sie taten die sonnenbeschienenen, sanften Hänge auf, die perfekt für den Weinanbau sind, und begannen diese heute riesige Industrie. Sie führten auch moderne architektonische Techniken ein (Säulen, Stein, Verputz, Bögen und so weiter). Deren Reste können bis heute besichtigt werden. Die Römer, die ja berühmt für ihre Vorliebe für Bäder sind, nutzten auch die zahlreichen Thermalquellen unter der Stadt: Sie schafften die allerersten öffentlichen Bäder, heute ein weltberühmtes Merkmal Budapests. In der Zeit der Römer war Budapest unter dem Namen Aquincum Museum bekannt.

Fünfhundert Jahre später, im Jahre 896, schwappte ein Volk mutiger und feuriger Menschen in das karpatische Becken. Es waren die Magyaren, die Begründer der ungarischen Nation. Sie errichteten einige Siedlungen; Buda und Pest waren jedoch nicht mehr als kleine Dörfer. Im dreizehnten Jahrhundert baute König Bela in Buda eine Festung, und später verlegte König Karl Robert seinen Hofe von Visegrad nach Buda, wo sein Sohn (Ludwig der Große) mit den Arbeiten an dem heute berühmten königlichen Palast begann.

Die Stadt hatte gerade zu blühen angefangen, als die Mongolen (1241-1242) plötzlich einfielen und die Magyaren unterwarfen. Buda und Pest wurden in Schutt und Asche gelegt. Doch genauso schnell verschwanden die Angreifer wieder, und sowohl Stadt als auch Land konnten sich neu ordnen und wieder aufbauen.

Es sah gut aus, und die Siedlung schien auf dem Wege der Erholung, als die Türken, unter der Führung von Suleyman dem Ersten, dem ungarischen Heer in der Schlacht von Mohacs am 29. August 1526 eine furchtbare, totale Niederlage beibrachten. 1541 hatten die Türken dann die volle Kontrolle über Buda und seine riesige Burg. Die Türken, ein weiteres Volk mit einer Vorliebe für Thermalbäder, bauten hier daraufhin einige der besten Badeeinrichtungen der Welt. Davon sind noch immer manche in Betrieb und haben bereits Tausenden Heilung und Erleichterung gebracht. Auch den Türken zugeschrieben wird die Einführung der Paprika (obwohl man sich hier streitet), und in dem berühmten Buch ‚Eklipse des Halbmondes' behauptet der Autor Geza Gardonyi, dass die Türken auch für eine weitere Spezialität Budapests verantwortlich waren: Kaffee. In der Stadt ist die Gegend der Rozsadomb mit Rosen bedeckt – eine Blume, die auch von den Eindringlingen importiert wurde.

Die Polen kamen schließlich zur Rettung Budapests: 1686 befreiten sie sowohl Buda als auch die Burg selbst und trieben die Türken in die Flucht. Trotzdem hatte dies kein freies Ungarn zur Folge – anstelle dessen wurde das Land eine Provinz des Habsburgreiches. Budapest wuchs weiter, trotz der vielen politischen und militärischen Unruhen. Ihm wurde zwar sein Platz als Hauptstadt einer freien Nation verwehrt, aber keineswegs der Wohlstand.

Überraschenderweise war die Stadt immer noch nicht unter dem Namen Budapest bekannt. Es gab noch nicht einmal eine Brücke über die River Danube. 1849 wurde schließlich die Chain Bridge eröffnet, ein Ereignis, das die Stadt ganz schöne Aufruhr versetzte. Nicht viel später, im Jahre 1873, wurde die Stadt endlich vereint und umfasste nun die vorher getrennten und unabhängigen Buda, Pest, Margaret Island und Obuda.

Plötzlich begann die Stadt aufzublühen wie niemals zuvor. Als das Jahr 1896 näher kam (der tausendste Jahrestag der Ankunft der Magyaren), wurde ein Bauprogramm von enormer Größe ins Leben gerufen. Während dieses Boomes wurden viele der heute noch berühmten Gebäude gebaut. Die Metro (die erste auf dem Kontinent) wurde fertiggestellt und Andrassy Ut (Andrassy Straße) darüber errichtet. Schöne Architektur wurde zu einem der Markenzeichen der Stadt.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde Budapest dann Hauptstadt eines Landes, das nur noch ein Drittel so groß war wie vor dem Krieg. Der zweite Weltkrieg brachte weite Zerstörung über die Stadt. Als die Kämpfe zu ende waren, nach der sowjetischen‚ Befreiung', stand keine einzige Brücke mehr über die Donau, der Royal Palace war eine Ruine und der Castle District war völlig zerstört.

Das nächste, große Ereignis in der Geschichte Budapests war der Aufstand im Jahre 1956. Am 23. Oktober geriet eine friedliche Demonstration außer Kontrolle; Schüsse waren zu hören. Tausende von Menschen waren auf der Straße, ein neuer Staatschef wurde ernannt, Stalins Statue wurde umgeworfen und man war ekstatisch. Die Sowjets tolerierten dies jedoch nicht lange: Sie schickten Soldaten und Panzer, die daraufhin die Revolution unterdrückten und zwischen 2000 und 3000 Menschen töteten. Viele Tausende mehr wurden festgenommen und die berühmte ungarische Gehirnwäsche begann, woraufhin ca. 250.000 (meist gebildete) Leute das Land verließen, um sich im Westen niederzulassen. Viele Gebäude in der Stadt haben immer noch Fassaden voller Einschusslöcher: Dies sind die Narben von 1956, die weiterhin als Erinnerung an diese schlimme Zeit dienen.

1989 war ein wahres Jahr der Schlagzeilen für Budapest und Ungarn. Soldaten begannen den Zaun abzubauen, der das Land von Österreich trennte, während Gorbatchow aus Moskau regungslos zuschaute; in Budapest wurde die Statue Lenins entfernt, und im Juni wohnten eine Viertelmillion Menschen einer Zeremonie für die Neubestattung von Imre Nagy auf dem Heroes' Square bei. 1991 sind dann die letzten sowjetischen Truppen abgezogen, und sieben Jahre später wurde das Land Mitglied der NATO.

Heute ist Budapest auf dem Wege, sich schnell seinen gerechten Platz als eine der schönsten und malerischsten Städte Europas zurückzuerobern. Die Perle der Donau ist wieder da.

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